AKTION STRASSENKINDER SALVADOR


das Hilfswerk des Ruswilers Aloisio Brunner
seit 1990



Schäferbrief

Fastenzeit/Karwoche/Ostern 2019


Guten Tag, grüss Gott, bom dia

Eine kleine Geschichte von meinem letzten Aufenthalt in Salvador, am
Eingang zum Friedhof „São Lázaro“


 
 

Ein Mann, ungepflegt, ziemlich schäbig gekleidet, ruft mir zu:


„Gringo, hei gringo“  (abschätzende Bezeichnung für einen Nicht-Brasileiro)


„oi,o que?“  (was ist los?)


“Doidinho, né?”  (du bist doch der kleine Spinner, nicht!!)
“Wir haben dich jetzt schon oft gesehen, du Spinner. Du hockst mit einer Schlampe auf der Treppe zum Friedhof, schnorrst mit ihr … Weisst du nicht, dass ihr Bub ein Drögeler war? Die sollte man alle, alle erschiessen, eliminieren, ausrotten – und die Alten dazu auch. Gehörst du, Gringo, etwa auch zu denen?? Dann hau ab!“

„Diese Frau hat ihren Buben verloren, diese Mutter braucht Trost, ein DU, bei dem sie sich ausweinen kann, der ihr zuhört, der ihre Last, ihre Trauer mitträgt, vielleicht auch ihre Mitschuld ….. nur IHRE Mitschuld?“ Und dann Fragen dieser Mutter: „Warum? Wer? Drogen? Haben wir zu wenig gewusst?? Hat er zuletzt geschrien wie Jesus am Kreuz? Hat er mamãe gerufen? Hatte er Angst? War er allein, verlassen, ganz, ganz allein? 
„Allein war er nicht! Ein Engel begleitet uns alle bis zum letzten Atemzug, also auch ihn!“

„Und du bringst in diese dreckigen Hütten ganze Taschen voll Sachen und kommst dann ohne Schuhe und einem verlöcherten und dreckigen Hemd heraus. Was machst du in diesen dreckigen Hütten? Was? Was?“

„ich habe zwei Hemden, die dort in der Hütte haben keines; sie haben auch keine Schuhe. Also habe ich geteilt.“

„Und die Wundsalbe! Der Pedro wird seine Velokette damit salben und schmieren! Ha, ha!“
„Was gibst Du mir? Ich habe auch nichts! Doch: Hunger und Wut und Zorn hab ich! Und allein bin ich!“  

Jetzt schien er mir plötzlich unsicher, fast unbeholfen,hilflos. Da hielt ich ihm meine Einkaufstasche entgegen und sagte, um ihn zu beruhigen: „Nimm! Es gehört nun Dir!“ Er griff hinein und fand zwei Maiskolben, ein paar Zwiebeln, ein paar Süsskartoffeln, ein T-Shirt – und mein Taschenmesser. „VICTORINOX! Schweizer Militärmesser! Berühmt, vielseitig, Qualität! Da nimm! Du kannst auch das behalten.“ 

Er probierte Klinge und Zapfenzieher, Schraubenzieher unddie kleine Schere. Er begann, seine Fingernägel zu schneiden. Dieabgeschnittenen Nägel warf er mir ins Haar! Sie haben sich wie Dornen angefühlt- ohne Krone! Noch nicht ganz ruhig lachte er mich aus und spuckte nach mir  „Idiot! Versager! Hau doch ab!!“ Er begann,mich zu stossen. „Wir leben hier, in Salvador,und heute, nicht im Paradies!“ Erstiess und schubste mich weiter.


Ja, stimmt, wir leben hier und heute – aber auf die ZUKUNFT hin. Und in der Zukunft ist uns allen eines gemeinsam: die letzte Stunde, die letzte Minute, der letzte Atemzug. Was zählt dann? Ein prächtiges Haus? Ein feines Auto? Ein Amt oder ein Mandat? Ein gefülltes Bankkonto? NEIN! Nichts von all dem. Dann gibt es zwei Reihen. Eine führt ins Paradies! „Nehmt das Reich in Besitz ….„ Unser Verhalten zum Nächsten zählt. „Was ihr dem Geringsten getan, das habt ihr mir getan.“

Fest zum Nächsten stehen! Den Nächsten lieben! Mit allen Kräften – nicht lau! Unser Herz soll brennen! Es soll glühen! Glühen soll es und Funken versprühen! Uns und andere entflammen und entzünden! Nur keine Lauheit!


Liebe Leser, liebe Leserinnen!
Ostern verspricht uns ewigen Lohn, ewigen Frieden, ewige Freude – eine neue Welt, die kein Wort beschreiben kann – „kein Auge hat es gesehen und kein Ohr gehört ….„  Lohnt es sich, den Armen, den Bedrängten, den Hungrigen, den Durstigen zu helfen, sie zu trösten, Frieden zu stiften, barmherzig mit ihnen zu sein, ihnen unsere Zeit zu schenken? Lohnt es sich, eine begrenzte Zeit – unsere Lebenszeit – etwas zu leiden, aber dafür ewigen Lohn – das Paradies - zu ernten? Sie kennen die Antwort!


Herzlichen Dank für Ihre Zuneigung, Ihre Hilfe, Ihre Gebete, Ihr Segnen.


Frohe Ostern! Alleluja, lasst uns singen!  alleluja, alleluja!


Das schreibt der


Aloisio
der Ihnen und allen herzliche Grüsse und eine herzliche Umarmung schickt – in der Fastenzeit 2019.
Diesen Grüssen und Wünschen schliessen sich alle an: „meine“ Kinder, die Jugendlichen, die Helfer und Helferinnen; die Ana, der Valmir, der Victor, die Mara ….. und viele, viele mehr!


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