Wie alles begann

 

Ein Kaminfeger bringt Glück

Eine bewegte Lebensgeschichte

Als junger Mann trat Aloisio Brunner in die Fussstapfen seines Vaters: Er lernte Kaminfeger.


Danach machte er die Handelsschule und wurde stellvertretender Kreiskommandant in Sarnen. Nebenbei holte er die Abendmatura nach und studierte Philosophie. Er unterrichtete an verschiedenen Schulen, bis er schliesslich die ARENA-Schulen in Zürich gründete, die er als Direktor leitete. Mit der Zeit gesellten sich eine Galerie, sowie eine Buch- und eine Kunsthandlung dazu. Der Manager Brunner fuhr einen Jaguar und wohnte am Zürichberg.

1989 verkaufte er alles und machte sich einen Traum wahr: Er wollte an den Stränden Brasiliens ein schönes und sorgenfreies Leben führen. In der Stadt Salvador di Bahia kaufte er ein Gästehaus und auf dem Land eine Farm. Sein Chauffeur begleitete ihn durch seine Frühpensionierung, und eine reiche Brasilianerin teilte mit ihm das Leben. An das Elend der Favelas und die Strassenkinder gewöhnte er sich schnell. Er machte es wie alle Reichen: Einfach wegschauen.

Doch dann kam alles anders. Eines Nachts hörte er, wie Bettler die Abfallsäcke seines Quartiers nach Essbarem durchsuchten. Ein Wachmann hetzte einen Hund auf die Leute. Am nächsten Morgen entdeckte er eine verletzte Frau in den Abfallbergen. Er holte daheim Kamilosan und verarztete die Frau notdürftig. Dem harten Geschäftsmann wurde schlecht, seine Freundin brachte ihn in eine noble Klinik.

Als er nach zehn Tagen das Spital wieder verliess, hatte sich vieles verändert. Er wollte nicht mehr im selben Luxus weiterleben. Er wollte auf den Strassen nicht mehr wegschauen. Auf der Heimfahrt frage er seinen Chauffeur Joao, was er von der Idee halte, sein Gästehaus für Obdachlose zu öffnen. Joao, selber ein ehemaliger Strassenjunge, fand die Idee gut. Ein kleiner Anfang war gemacht, und Joao wurde zum treusten Mitarbeiter.

Mittlerweile wurde die Farm auf dem Land zu einer Ausbildungsstätte fürJugendliche. Es kam eine Bauequipe dazu, die Behausungen saniert, ein Kindergarten, eine Kapelle, 6 weitere MitarbeiterInnen und viele gute Seelen, welche sich um einzelne Kinderschicksale kümmern.